Are you the publisher? Claim or contact us about this channel


Embed this content in your HTML

Search

Report adult content:

click to rate:

Account: (login)

More Channels


Channel Catalog


    0 0

    Was ist passiert? Tja, das ist die Frage im neuen Netflix-Film „How It Ends“, der ab Mitte Juli beim Streamingdienst gezeigt wird. Am anderen Ende von Amerika ist irgendetwas Schlimmes passiert, die Verbindung ist abgerissen, die Regierung schweigt. Aber ein Papa (Forest Whitaker) fährt los, um seine Tochter aus dem Katastrophengebiet zu holen, schließlich riss die Verbindung gerade ab, als er mit ihr am Handy sprach. Zum Glück ist er Ex-Militär und kann dem nichtsnutzigen Schwiegersohn (Theo James) auf den 2000 Meilen quer durch feindliches Gebiet mal zeigen wie das so läuft, wenn’s ums Überleben geht.

    Was David M. Rosenthal (A Single Shot) da inszeniert hat, sieht nach einem hübschen B-Movie aus, das die Katastrophenfilmformel knapp herunterbetet. Das wird niemanden überfordern, scheint aber ziemlich unterhaltsam zu sein. Zumal der Trailer eine ganze Kette attraktiver Bilder zeigt (nichts Originelles, aber: Na und?), fast schon den ganzen Film. Bis eben auf die Pointe: Was ist eigentlich passiert?

    Neben Whitaker und James sind u.a. Kat Graham, Kerry Bishé, Mark O’Brien, Nicole Ari Parker und Grace Dove dabei.

    Voting

    0
    Keine Bewertungen

    Schlagworte

    Genre

    Thema

    sharethis

    default share this

    Rubrik-Links

    Rubrik-Mitte

    off

    Rubrik-Rechts

    off

    Rubrik-Links (2te Zeile)

    Rubrik-Rechts (2te Zeile)

    off

    0 0

    Den Engländer Mike Carey kennt man als fleißigen Autor von Comics und Romanen. Er schrieb das langlebige „Sandman“-Spin-off „Lucifer“, dessen freie TV-Adaption im Juni kurz vor knapp dankenswerterweise von Netflix gerettet wurde, allerhand Geschichten mit Marvels X-Men und mit dem Okkultisten John Constantine, die referenzreiche Fantasy-Serie „The Unwritten“ – und natürlich den postapokalyptischen, äußerst ungewöhnlichen Zombie-Roman „Die Berufene“ alias „The Girl with all the Gifts“, der 2016 von Colm McCarthy nach Careys Drehbuch verfilmt wurde. Im Mittelpunkt von Buch und Film steht eine Forschungseinrichtung voller Zombie-Kinder, die jedoch keine geistlosen Monster sind und grausamen Experimenten unterzogen werden.

    Nun ist mit „Die Hungrigen“ das Prequel zum innovativen, vielgelobten Roman und seiner nicht minder wohlwollend aufgenommenen Verfilmung erschienen, die auf drastische Weise frischen Wind ins multimedial erfolgreiche Zombie-Subgenre gebracht haben. Der parasitäre Pilz, den Lesern und Zuschauern des ersten Teils bereits kennen, hat auch in der Vorgeschichte Erwachsene und Kinder in Zombies verwandelt, die nach menschlichem Fleisch gieren. Eine Gruppe aus Soldaten und Wissenschaftlern, deren Panzer als fahrendes Labor dient, suchet inmitten der Hungrigen-Plage nach Antworten und im Idealfall nach einem Heilmittel, für das sie so gut wie alles tun würden …

    M. R. Carey: Die Hungrigen• Knaur, München 2018 • 464 Seiten • Taschenbuch: 10,99 Euro

    Voting

    0
    Keine Bewertungen

    Schlagworte

    Genre

    Schlagworte

    sharethis

    default share this

    Rubrik-Links

    Rubrik-Mitte

    off

    Rubrik-Rechts

    off

    Rubrik-Links (2te Zeile)

    Rubrik-Rechts (2te Zeile)

    off

    0 0

    Die postapokalyptische Comic-Serie „Y: The Last Man“ von Top-Autor Brian K. Vaughan („Saga“, „Paper Girls“) und Hauptzeichnerin Pia Guerra („Me The People“) wurde zwischen 2002 und 2008 von Lesern und Kritikern gefeiert, für den Hugo Award nominiert und mit dem Harvey Award, dem Joe Shuster Award und dem Eisner Award ausgezeichnet – und nach mehr vergeblichen Deals und gescheiterten Anläufen, als man hätte erwarten dürfen, scheint es nun endlich etwas mit der Multimedia-Adaption in Form einer Fernsehserie zu werden. Immerhin: In die heutige TV-Landschaft wird die dramatisch hochqualitative Story des letzten Mannes auf Erden Yorick Brown nun wohl besser passen denn je.

    Und es geht anscheinend voran mit dem Projekt. Die vom Vertigo-Comic inspirierte Serie, die der TV-erprobte Mr. Vaughan (er arbeitete hinter den Kulissen an J. J. Abrams’ „Lost“ und an der Stephen-King-Verquickung „Under the Dome“ [im Shop]) zusammen mit Michael Green („Blade Runner 2049“) und Aida Mashaka Croal („Jessica Jones“) als Showrunnern inszenieren soll, hat jetzt nämlich ihren Hauptdarsteller gefunden. Der Ire Barry Keoghan („Dunkirk“) wird den Part von Yorick übernehmen, während die Amerikanerin Diane Lane („Untreu“, „Justice League“) als seine Mutter auftritt. Für weitere Rollen wurden u. a. noch Imogen Poots („V wie Vendetta“) und Marin Ireland („Hell or High Water“) gecastet.

    Voting

    0
    Keine Bewertungen

    Schlagworte

    Genre

    Thema

    sharethis

    default share this

    Rubrik-Links

    Rubrik-Mitte

    off

    Rubrik-Rechts

    off

    Rubrik-Links (2te Zeile)

    Rubrik-Rechts (2te Zeile)

    off

    0 0
  • 07/15/18--23:45: Endzeitliches Roadmovie
  • Netflix-Serien genießen seit Jahren zurecht einen mehr als guten Ruf. Anders schaut es da mit den Filmeigenproduktionen des kapitalstarken Streaming-Giganten aus – spätestens seit der Science-Fantasy-Gurke „Bright“ mit Will Smith von Ende 2017 stehen die Netflix-Spielfilme unter verschärfter Beobachtung. Mit dem Endzeit-Roadmovie „How It Ends“ schickt Regisseur David M. Rosenthal („A Single Shot – Tödlicher Fehler“, „The Perfect Guy“) nun einen neuen Genre-Film für Netflix ins Rennen um die Gunst der übersättigten Zuschauer.

    Der gut aussehende Anwalt Will (Theo James aus „Die Bestimmung“ und „Underworld“) und seine hübsche Freundin Samantha (Kat Graham aus „The Vampire Diaries“) leben in Seattle und erwarten ihr erstes Kind. Als Will nach Chicago reist, um Sams strengen, ablehnenden Vater Tom (Forest Whitaker aus „The Shield“ und „Star Wars: Rogue One“) um die Hand seiner Tochter zu bitten, wird die Westküste der Vereinigten Staaten von einer nicht näher bestimmten Katastrophe heimgesucht und vom Rest der Nation abgeschnitten. Im gesamten Land brechen alle Netze zusammen, Flüge werden gestrichen, die überfüllten Highways von der Armee gesperrt. Megastürme, Waldbrände, Erdbeben, Ascheregen und seltsame Vogelschwarmformationen am Himmel verheißen ebenfalls nichts gutes. Dennoch brechen Will und Tom, der sein halbes Leben bei der Armee war und dem man im Angesicht der Apokalypse gerne in seiner Ecke (bzw. auf seinem Beifahrersitz) weiß, mit dem Auto gen Westen auf, um Sam beizustehen. Vor ihnen liegen 2.000 Meilen Landstraße, und schnell zeigt sich wieder einmal, dass der drohende Weltuntergang nicht gerade das Beste in den Leuten hervorbringt. Erst recht nicht, wenn Benzin plötzlich wertvoller ist als ein Menschenleben. Dennoch lesen Tom und Will in einem Indianerreservat die junge Mechanikerin Ricki (Grace Dove aus „The Renevant“) auf …


    Ein Papa tut, was ein Papa tun muss – Forest Whitaker in „How It Ends“

    Der endzeitliche Road-Trip auf Netflix, der angeblich um die 20 Mio. Dollar gekostet hat, bezieht seine Spannung geschickt aus der Ungewissheit und der Unwirklichkeit des Szenarios, das den Genre-Standard ziemlich gut bedient und sich bis zum mutigen Schluss nie in die Karten schauen lässt – da hat jemand seinen Kirkman gelesen oder geschaut, keine Frage. Die Strecke durch das weite Hinterland abseits der großen Städte und Straßen, die Tom und Will im Auto zurücklegen, wirkt manchmal allerdings etwas zu fix leergeräumt und zu übergangslos verwaist. Dafür hilft die abwechslungsreiche, reizvolle nordamerikanische Landschaft dabei, die unvermeidliche Monotonie der Highways und Nebenstraßen zu bekämpfen, zumal „How It Ends“ wirklich hübsch inszeniert wurde: An der kinematografischen und der atmosphärischen Front macht der Streifen nie wirklich etwas falsch. Viel mehr stört da schon, dass Theo James immer etwas wie ein Paul Walker-Double wirkt; oder dass an ein, zwei Stellen die emotionalen Pathos sowie die Kritik am Rassismus gegenüber den amerikanischen Ureinwohnern ein bisschen erzwungen wirken. Doch das kann man auf die knapp zwei Stunden verteilt verschmerzen, versaut einem keineswegs den ganzen Road-Trip.

    „How It Ends“, das seit dem 13. Juli auf Netflix bereitsteht, fährt keine Kunststückchen auf zwei Rädern, aber auch keine Schlangenlinie – und es ist vor allem kein böser Crash und Totalschaden wie „Bright“. Um den zu vergessen und die Netflix-Blockbuster ganz zu rehabilitieren, braucht es sicher noch etwas mehr, doch das Roadmovie bietet auf jeden Fall ordentliche Endzeit-Unterhaltung. Unterwegs fragt jedenfalls niemand, wie lange es noch dauert, bis man endlich da ist …

    Abbildungen: Netflix

    How It Ends • Regie: David M. Rosenthal • Drehbuch: Brooks McLaren • Darsteller: Forest Whitaker, Theo James, Kat Graham, Kerry Bishe, Grace Dove, Lanie McAuley • Laufzeit: 113 Min.

    Voting

    0
    Keine Bewertungen

    Schlagworte

    Genre

    Thema

    sharethis

    default share this

    Rubrik-Links

    Rubrik-Mitte

    off

    Rubrik-Rechts

    off

    Rubrik-Links (2te Zeile)

    Rubrik-Rechts (2te Zeile)

    off

    0 0

    Es ist schon kurios: Ungefähr ab den 1990er-Jahren galt eine Kinoauswertung als Siegel für eine gewisse Qualität, direkt in die Videothek wanderten vor allem Filme, in denen muskelbepackte Proleten schmierigen Finsterlingen möglichst brutal auf die Omme hauten um anschließend die gerettete Frau (blond, schlank, große Brüste – logo) flachzulegen. Natürlich ist gegen Filme mit muskelbepackten Proleten, schmierigen Typen und heißen Frauen nicht das Geringste einzuwenden, aber eine gewisse Berechtigung hatte die Abgrenzung natürlich schon.

    Echte Filmfans wissen allerdings, dass sich das Blatt seit einiger Zeit gewendet hat: Die interessanten Sachen gibt’s oft direkt auf Scheibe, auf der Leinwand dagegen überwiegend den neusten Dwayne-Johnson-Blue-Screen-Trash oder Konfektionsware vom Marvel- oder Disney-Fließband.

    Aus diesem Grund an dieser Stelle drei Trailer von interessanten Filmen, die wohl eher nicht auf der hiesigen Leinwand auftauchen werden.

    Da hätten wir „One-Cut of the Dead“: Wer bei „of the Dead“ reflexhaft abwinkt, hat nicht ganz Unrecht, soll aber trotzdem erstmal weiter lesen. Ja, stimmt, das Zombie-Thema ist im Prinzip tot, nicht untot, sondern so richtig tot, aber der hier kommt aus dem so wahnsinnig faszinierenden, aber bei uns immer noch wahnsinnig ignorierten Filmland Japan und die experimentierfreudigen Japaner haben erst vor einiger Zeit mit „Undertaker“ gezeigt, dass man aus dem Thema eben doch noch was rausholen kann und „One-Cut of the Dead“, der sich völlig zu Recht zum Festivalshit gemausert hat (den Jubelarien vom diesjährigen Far East Film Festival schließen wir uns vorbehaltlos an), steht dem in Nichts nach. Inhaltlich dreht sich alles um eine Filmcrew, die einen Zombiefilm dreht, dann aber unversehens mit echten Zombies konfrontiert wird. Eigentlich sollte man sich noch nicht mal den Trailer anschauen, sondern sich dieser wirklich drolligen, mitreißenden, technisch beeindruckenden Achterbahnfahrt einfach ausliefern. Koch Media hat die Rechte für Deutschland, einen Termin gibt’s leider noch nicht.

    In „Dans la brume“ (Internationaler Titel „Just A Breath Away“) wird Paris nach einem Erdbeben von einem dichten Nebel überflutet, der bereits nach einem Atemzug tödlich ist. Anna und Mathieu haben überlebt, aber auch nur weil sie sich in letzter Sekunde in das oberste Stockwerk ihres Hauses retten konnten. Rettung lässt allerdings auf sich warten, doch der Nebel steigt immer höher und höher… „Just A Breath Away“ kommt aus Frankreich, was man dem geschmeidigen Trailer auch ansieht, die Besetzung Romain Duris („Doberman“) und dem ewigen Bond-Girl Olga Kurylenko geht in Ordnung und das Kritiker- und Publikumsfeedback von diversen Festivals ist überwiegend gut – ein weiterer Titel für die will-sehen-Liste, der bereits am 31.08. begutachtet werden kann (DVD und Blu-ray von Splendid als „A Breath Away“).

    Anders verhält es sich bei „Future World“ von Arbeitstier James Franco (dieses Mal: Co-Regie, Co-Produzent, Hauptdarsteller), dessen Filmographie mittlerweile aus wirklich allen Nähten platzt. Der mit Suki Waterhouse, Snoop Dogg, Cliff ’Method Man’ Smith, Lucy Liu und Milla Jovovich bunt besetzte Retro-Sci-Fi-Actioner, der einem bereits im Trailer „Mad Max“ ins Gesicht brüllt, wurde im Mai von der US-Presse regelrecht von der Leinwand runtergehasst. Anderseits macht einen genau das ja auch wieder neugierig… ein wenig Liebe kann man „Future World“ auf dem Fantasy Film Fest im September entgegenbringen, Tiberius Film hält ab dem 08.11.2018 die Scheiben bereit.

    Abb.: Just a Breath Away

    Voting

    0
    Keine Bewertungen

    Schlagworte

    Genre

    Thema

    sharethis

    default share this

    Rubrik-Links

    Rubrik-Mitte

    off

    Rubrik-Rechts

    off

    Rubrik-Links (2te Zeile)

    Rubrik-Rechts (2te Zeile)

    off

    0 0

    Viel ist in den letzten Monaten über einen Aspekt des Netflix-Geschäftsmodells geschrieben worden, nämlich Filme zu kaufen, die eigentlich fürs Kino produziert wurden und diese als „Netflix-Originale“ zu vermarkten. Wobei „vermarkten“ im Fall von Netflix in der Regel bedeutet, sie an einem Freitag freizuschalten und im Wust von all dem anderen Content zu versenden, der Netflix so groß und mächtig gemacht hat.

    Im Frühjahr erlebten so die sehr lose Fortsetzung „The Cloverfield Paradox“ und etwas später Alex Garlands „Annihilation“ ihre Premieren, letzterer war immerhin noch in den USA ins Kino gekommen. Nun ist es an Ben Youngs „Extinction“, der eigentlich Ende Januar im Kino hätte starten sollen, dann von Netflix gekauft wurde und nun ohne viel Brimborium Online gestellt wurde.

    Und hat man sich den 95 Minuten Misch-Masch aus Science-Fiction-Fantasy-und Endzeitdrama angeschaut, mag man es gleichzeitig bedauern, dass dieser in Ansätzen bemerkenswerte Film nicht ins Kino kam, kann es andererseits aber verstehen, dass die Produktionsfirma angesichts der oft konfusen Erzählweise und allzu generischen Bilder das Risiko eines Kinostarts scheute und lieber einen – vermutlich – kostendeckenden Netflix-Scheck annahm.

    Es beginnt mit dem Putzmann Peter (Dauer-Nebendarsteller Michael Peña in einer Hauptrolle, vermutlich auch ein Grund für Skepsis der Produzenten gegenüber einem Kinostart.), der von Albträumen geplagt wird, in denen er von einer Alien-Invasion träumt, sieht, wie seine Frau Alice (Lizzy „Masters of Sex“ Caplan) und die beiden Töchter von Außerirdischen gejagt werden, sich mit schweren Waffen verteidigen und die Welt zu enden droht. Doch in der Wirklichkeit sind seine Angehörigen schwer genervt von ihrem zunehmend abwesend wirkenden Vater und Ehemann, der nach gut 20 Minuten jedoch sagen könnte: Ätsch, hab ich doch gesagt. Denn dann beginnt tatsächlich die geträumte Alien-Invasion und gleichzeitig ein zweiter Akt, der aus erstaunlich langweiliger, generischer Action besteht, angesichts derer der einzige Unterhaltungswert ist, zu raten, in welchem Film man die Bilder von einstürzenden Gebäuden und einer verzweifelten Familie im Todeskampf schon mal gesehen hat.


    Familienstress der dritten Art? – „Extinction“

    In dieser Phase meint man absolut zu verstehen, warum dieser dann öde Film, der seine anfangs so spannende, vielversprechende Prämisse nun vollkommen außer Acht lässt, nicht ins Kino kam, sondern zum äquivalenten Schicksal einer straight-to-DVD-Veröffentlichung verdammt wurde. Doch dann, nach gut 50 Minuten, wechselt der vom australischen Regie-Talent Ben Young inszenierte und von Eric Heisserer („Arrival“), Brad Kane und Spenser Cohen geschriebene Film noch einmal die Tonart und erweist sich als erstaunlich intelligenter, vielschichtiger Science-Fiction-Film. Welche Themen in diesen letzten 40 Minuten verhandelt bzw. zumindest angerissen werden, wird hier nicht verraten, denn es lohnt sich durchaus „Extinction“ in die Netflix-Wunschliste aufzunehmen.

    Wirklich rund ist das alles zwar nicht erzählt, immer noch bestimmt allzu viel Standard-Action das Geschehen, wirken viele spannende Aspekte kaum mehr als an-, aber nicht zu Ende gedacht. Doch gerade im Vergleich mit den erzählerisch oft wenig überraschenden Hollywood-Großproduktionen steckt hier doch einiges drin. Weswegen man sich einen Kino-Start von „Extinction“ durchaus gewünscht hätte, denn im Wust des unendlichen Netflix-Contents versendet, wird dieser kleine Film untergehen, keine Frage. Andererseits ist er dann auch gerade stilistisch wiederum zu schlicht, um wirklich auf die Leinwand zu gehören. Ein Konflikt, der die Debatte Netflix vs. Kino noch eine ganze Weile bestimmen dürfte.

    „Extinction“ ist ab sofort bei Netflix zu sehen.

    Extinction• USA 2018 • Regie: Ben Young • Darsteller: Michael Peña, Lizzy Caplan, Mike Colter, Emma Booth, Israel Broussard, Tom Riley

    Voting

    0
    Keine Bewertungen

    Schlagworte

    Genre

    Thema

    sharethis

    default share this

    Rubrik-Links

    Rubrik-Mitte

    off

    Rubrik-Rechts

    off

    Rubrik-Links (2te Zeile)

    Rubrik-Rechts (2te Zeile)

    off

    0 0
  • 08/03/18--00:47: Erschütternd gut
  • 2015 veröffentlichte die vielfach ausgezeichnete US-Autorin N. K. Jemisin ihren Roman „The Fifth Season“, der 2016 mit dem Hugo Award prämiert wurde. Im amerikanischen Original ist die dazugehörige Trilogie – Band zwei „The Obelisk Gate“ gewann im Folgejahr gleich wieder den Hugo, Band drei „The Stone Sky“ den Nebula und den Locus Award – seit Mitte 2017 abgeschlossen, weshalb man sich als deutschsprachiger Fantastik-Enthusiast langsam schon Sorgen machen musste, dass einem Jemisins preisgekrönter, viel gerühmter New York Times-Bestseller womöglich verwehrt bleiben könnte. Glücklicherweise ist im neu strukturierten Fantasy- und Science-Fiction-Programm von Knaur „The Fifth Season“ nun als „Zerrissene Erde“ in der Übersetzung von Susanne Gerold auf Deutsch erschienen – und wird allen Erwartungen gerecht.


    N. K. Jemisin. Foto: Laura Hanifin

    Der Roman der 1972 geborenen Jemisin, die Psychologie und Pädagogik studierte, setzt in einer Welt ein, die eine fünfte Jahreszeit kennt: Die endzeitliche Fünftzeit, die z. B. durch ein heftiges, den einzelnen Kontinent des Planeten zeichnendes Erdbeben ausgelöst werden kann. Hinter der Welt, in deren Innerem der zornige Vater Erde brodelt, liegen bereits einige verhängnisvolle Fünftzeiten, die ganze Zivilisationen auslöschten, weshalb man immer wieder über die Artefakte so genannter Tot-Zivs stolpert. Eine Fünftzeit muss allerdings nicht zwangsläufig natürlichen Ursprungs sein. Denn in Jemisins Science-Fantasy-Szenario haben einige Menschen von Geburt an die Macht, die Kraft der Erde anzuzapfen und zu manipulieren – eine Macht, die auf ihre Gefühle reagiert und die sie unter Umständen auch mit der Lebensenergie anderer speisen können.

    Wenn sie Pech haben, werden die so genannten Orogenen– abwertend Rogga – in jungen Jahren verfolgt und getötet; wenn sie auf andere Weise Pech haben, erwartet sie im gefürchteten Fulcrum-Orden in der imperialen Hauptstadt eine strenge, harte Ausbildung, damit sie der Welt, die sie so sehr hasst, zumindest dienen können, indem sie Erdbeben und Vulkanausbrüche in Schach halten und andere Wunder bewirken. Die ziemlich mächtige Essun hat aufgrund ihrer Gabe schon viel gesehen und mehrere einschneidende Neuanfänge hinter sich. Zu Beginn des Romans lebt sie zurückgezogen und unerkannt in einer kleinen Gem, einer sicheren dörflichen Gemeinschaft. Als die nächste Fünftzeit beginnt, hält Essuns Mann ihren kleinen Sohn, der die Fähigkeiten seiner Mutter geerbt hat, für den Auslöser, bringt ihn um und verschwindet mit der gemeinsamen Tochter. Essun verfolgt sie durch die neue Endzeit, die Ascheregen, seltsame Reisegefährten und anderes mit sich bringt …

    „Zerrissene Erde“, dessen Grundidee 2009 auf einer NASA-Veranstaltung für Medienleute und Science-Fiction-Autoren geboren wurde, ist jedoch viel mehr als eine packende Endzeit-Geschichte. Die Jagd nach Essuns Mann nimmt vielleicht ein Drittel des Buches ein. Darüber hinaus beschreibt Jemisin die Tätigkeit, den Werdegang, die Erfahrungen und das Schicksal der Orogenen, was genauso viel Spannung und Klasse hat. Der Genre-Mix begeistert zudem jederzeit mit seiner sprachlichen Stilsicherheit und seinen reizvollen Perspektiven (für Essun z. B. nutzt Jesimin die eher selten verwendete ‚Du-Perspektive’). Sexismus und Rassismus arbeitet die u. a. von John Scalzi (im Shop) gepriesene Amerikanerin quasi nebenbei so nonchalant ab, wie sie für Diversity sorgt, und das Wort Magie wird kein einziges Mal gebraucht. Dafür finden sich in ihrem unverbrauchten Setting allerhand moderne Wissenschaften, allerhand moderne Ansätze bei der Ausgestaltung der Bewohner, die im Übrigen nicht alle menschlich sind. Das erschüttert die Konventionen des Genres, rüttelt die Langeweile des fantastischen Klassendenkens durch und lässt die Konkurrenz erzittern. Klar, dass man da als Leser vor Begeisterung bebt.

    Wenn man auf kreative Kategorisierungen und bombastische Blurbs steht, könnte man es auch so umschreiben: N. K. Jemisins „Zerrissene Erde“ liest sich, als hätte jemand wie Patrick Rothfuss einen Roman über die X-Men geschrieben, die vor allem seismischen Kräfte haben in einer Fantasy-Welt, die durch gewaltige Erdbeben von Endzeit zu Endzeit katapultiert wird. Aber so was hat „Zerrissene Erde“ gar nicht nötig. Jetzt muss Knaur in der nächsten Programmvorschau nur noch die Fortsetzung zum besten und frischsten Genre-Romane des Jahres ankündigen, und alles ist gut. Das Zittern geht also weiter …

    N. K. Jemisin: Zerrissene Erde • Knaur, München 2018 • 494 Seiten • Paperback m. Klappenbroschur: 14,99 Euro

    Voting

    0
    Keine Bewertungen

    Schlagworte

    Genre

    Thema

    sharethis

    default share this

    Rubrik-Links

    Rubrik-Mitte

    off

    Rubrik-Rechts

    off

    Rubrik-Links (2te Zeile)

    Rubrik-Rechts (2te Zeile)

    off

    0 0
  • 08/13/18--23:27: Isländische Endzeit
  • Island hat man eher für Bitcoin-Mining, Fischfang und einen markigen Stadionschlachtruf auf dem Schirm – und nicht unbedingt für originäre Science-Fiction-Werke. Umso interessanter und spannender, dass bei Suhrkamp mit „Blackout Island“ von Sigríður Hagalín Björnsdóttir gerade ein isländischer Science-Fiction-Roman erschien.

    Die 1974 geborene Björnsdóttir studierte in Spanien und den USA, heute arbeitet sie als Journalistin in ihrer Heimat. In ihrem Romandebüt exerziert sie auf knapp 300 Seiten – übrigens ganz ohne Anführungszeichen, trotz Dialoge – ein sehr ordentliches Endzeit-Szenario durch, das damit beginnt, dass Island erst vom Internet und dann vom Rest der Welt abgeschnitten wird. Björnsdóttir beleuchtet die gesellschaftlichen, politischen, ökonomischen und persönlichen Folgen anhand von geschickt gewählten Episoden und einer Handvoll Protagonisten. Dabei überzeugt nicht nur die knackige, spröde Rahmenhandlung über einen einsamen Überlebenden in einem abgelegenen Fjord.

    Hier findet sich eine Leseprobe zu „Blackout Island“, das von Tina Flecken aus dem Isländischen übersetzt wurde und als Taschenbuch und E-Book vorliegt.

    Sigríður Hagalín Björnsdóttir: Blackout Island • Suhrkamp, Berlin 2018 • 276 Seiten • Taschenbuch: 10 Euro

    Voting

    0
    Keine Bewertungen

    Schlagworte

    Genre

    Thema

    sharethis

    default share this

    Rubrik-Links

    Rubrik-Mitte

    off

    Rubrik-Rechts

    off

    Rubrik-Links (2te Zeile)

    Rubrik-Rechts (2te Zeile)

    off

    0 0
  • 09/12/18--12:28: Filmreife Kometen in Serie
  • Den amerikanischen Autor Benjamin Percy kennt man für den abenteuerlichen Surival-Thriller „Wölfe der Nacht“, die raue Kurzgeschichtensammlung „Jemand wird dafür bezahlen müssen“ und natürlich seinen dicken, ungewöhnlichen Genre-Schmöker Roter Mond“. Doch der 1979 geborene Percy veröffentlichte auch schon Artikel in bekannten Magazinen und Zeitungen wie „GQ“ oder „Esquire“, und in letzter Zeit verfasste er zudem jede Menge gar nicht so übler Comics, darunter „James Bond 007: Black Box“ (dt. als Hardcover bei Splitter), „Green Arrow“ und „Teen Titans“ (dt. beide im Megaband bei Panini).

    Im Sommer 2019 soll mit „The Ninth Metal“ im englischen Original nun Percys neueRomanserie starten, bei der es sich am Ende um die Science-Fiction-Trilogie „The Comet Cycle“ handeln wird. Bereits vor Erscheinen haben sich die erfolgsverwöhnten Russo-Brüder (die Regisseure von „Avengers: Infinity War“, „The Return of the First Avenger“, „The First Avenger: Civil War“ sowie diversen Folgen „Community“ und „Arrested Development“) die Filmrechte an den unveröffentlichten Büchern gesichert, in denen es um die Auswirkungen eines Kometenschauers geht, der die Welt massiv verändert.

    Das erzeugt jetzt durchaus eine gewisse Erwartungshaltung …

    Voting

    0
    Keine Bewertungen

    Schlagworte

    Genre

    Thema

    sharethis

    default share this

    Rubrik-Links

    Rubrik-Mitte

    off

    Rubrik-Rechts

    off

    Rubrik-Links (2te Zeile)

    Rubrik-Rechts (2te Zeile)

    off

    0 0
  • 11/03/18--03:58: Filmreifer Klimakollaps
  • Am 10. Dezember erscheint Cixin Lius (im Shop) Storysammlung „Die wandernde Erde“ auf Deutsch, die pünktlich zu Weihnachten 11 Erzählungen des chinesischen Weltstars der modernen Science-Fiction im Paperback, E-Book und Hörbuch-Download präsentiert.

    Die Titelgeschichte der Sammlung wird außerdem aktuell vom chinesischen Regisseur und Schauspieler Wu Jing („Wolf Warrior“, „Die Mumie: Das Grabmal des Drachenkaisers“) verfilmt. Der Streifen befindet sich bereits in der Post-Production-Phase und soll 2019 in die chinesischen Kinos kommen. Der erste Teaser-Trailer zum Film (auf Chinesisch, aber mit englischen Untertiteln) gibt bereits einen guten Einblick in die Adaption von Lius Geschichte, in der die sterbende Sonne die Erde ins klimatische Chaos stürzt und die Menschheit gezwungen wird, die Oberfläche des blauen Planeten zu verlassen. Zudem wollen alle Länder gemeinsam eine Vielzahl Maschinen bauen, um die gefrorene Erde aus dem Sonnensystem zu katapultieren …

    Die für uns westliche Leser gerne mal ungewohnten Perspektiven auf die Welt, die Menschheit und das Genre an sich sind mitunter das Spannende an den Werken von Cixin Liu, und es ist schön, dass auch die Verfilmung von „Die wandernde Erde“ diesen kulturellen Blickwinkel und handwerklichen Duktus beizubehalten scheint – der Trailer sieht jedenfalls durchaus vielversprechend aus für einen SF-Katastrophenfilm.

    Voting

    0
    Keine Bewertungen

    Schlagworte

    Genre

    Subgenre

    sharethis

    default share this

    Rubrik-Links

    Rubrik-Mitte

    off

    Rubrik-Rechts

    off

    Rubrik-Links (2te Zeile)

    Rubrik-Rechts (2te Zeile)

    off